Der Neue Merker

…und noch ‘ne Jolanthe…/ Oehms

jol JOLANTHE / P. I. Tschaikowsky – und noch ‘ne Jolanthe…

Oehms OC963/2CDs 

Als Sir Peter Ustinov in den 90er-Jahren zuerst in Chemnitz und dann in Dresden das Werk auf die Bühne brachte, war es noch eine Rarität ersten Ranges. Seitdem Anna Netrebko die Jolanthe-Partie zu einem ihrer Lieblinge erkoren hat, sprießen Jolanthe-Aufführungen, meist konzertant, und Aufnahmen wie Schwammerl (Pilze) aus dem Boden. Ich habe in meinem Archiv inzwischen, mit der neuen zusammen, 4 Jolanthes: Eine mit Netrebko, Beczala/Gergiev;  eine mit Mykytenko, Beczala/Fedosseyev; eine mit Netrebko, Skorokhodov/Villaume.

Und die neue nun mit einer grandiosen Herrenriege rund um die (vielleicht etwas zu) zarte Jolanthe von Olesya Golovneva. Unter der authentischen musikalischen Leitung von Dmitrij Kitajenko wurden zwei Gürzenich-Orchester-Konzerte 10/14 in der Kölner Philharmonie aufgenommen, woraus diese CD entstand. 

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Der ukrainische Tenor Dmytro Popov war mehrfach als Rusalka-Prinz u. a. in München erfolgreich und im Dez./Jan. ist er wiederum am Nationaltheater mit Puccinis Rodolfo zu erleben. Seinetwegen interessierte mich diese Aufnahme vorrangig. Sein mit effektvollem Höhenstrahl ausgestatteter Tenor scheint inzwischen in heldischere Gefilde zu wachsen; eine schöne, folgerichtige Entwicklung. Als Vaudemonts Freund Robert protzt Andrei Bondarenko gehörig mit seiner schönen Arie, wohl das bekannteste Stück aus dieser Oper. Der vorzügliche Mariinski-Bariton Vladislav Sulimsky (ein großartiger Verdi-Bariton) singt mit Aplomb den maurischen Arzt Ibn-Hakia, und als König René lässt Alexander Vinogradov seinen edlen Bass strömen. Für die kurzen Chorszenen hatte man den Kölner Opernchor engagiert. – Eine sehr schöne, hörenswerte Aufnahme. 

D. Zweipfennig 

 

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