Der Neue Merker

13. SEPTEMBER 2017

Peter Hall ist tot. 1983 hat er in Bayreuth Wagners „Ring“ inszeniert

Der britische Theatermacher Sir Peter Hall ist tot. Er starb am Montag im Alter von 86 Jahren im Beisein seiner Familie. Das teilte am Dienstag das National Theatre auf seiner Website mit. Hall war langjähriger Direktor des Londoner Theaters und Gründer der Royal Shakespeare Company. Bei den Bayreuther Festspielen hatte er 1983 Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ inszeniert.

 Nach Angaben des National Theatre wurde 2011 bei Hall Demenz diagnostiziert. Er starb einem BBC-Bericht zufolge in einer Londoner Klinik.

 Gründer der Royal Shakespeare Company, Britischer Theatermacher Sir Peter Hall, ist tot
Lange leitete er das Londoner National Theatre, 1983 inszenierte er den „Ring“ in Bayreuth. Der britische Theatermacher Sir Peter Hall ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Tagesspiegel

Nachruf: Sir Peter Hall, theatre, film and opera director, dies aged 86
The Guardian

OPER FRANKFURT: KURZFILM ZU „IL TROVATORE“ FREIGESCHALTET

Copyright: Oper Frankfurt/ Barbara Aumüller

Der Kurzfilm von Thiemo Hehl zur Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Il trovatore (Musikalische Leitung: Jader Bignamini; Regie: David Bösch) im Internetauftritt der Oper Frankfurt ist freigeschaltet: 

http://www.oper-frankfurt.de/de/mediathek/?id_media=147

oder  https://www.youtube.com/watch?v=ff0c8w17Tdw

Elza van den Heever als Leonora: neckisch American Girl der frühen Rock’n’Roll-Zeit. Copyright: Oper Frankfurt/ Barbara Aumüller

Auszug aus „Frankfurter Rundschau“: Nett, so ein dunkel-gewittriger Rückprospekt, auf den sich allerlei projizieren lässt, was gerade zu den gesungenen Texten passt: Einmal geistern Nachtvögel unheilschwer daher, dann flattern, wenn im Off der titelspendende Troubadour seine Stimme erhebt, Musiknoten munter über den Horizont, bald auch niedliche Schmetterlinge, und auch die Sterne am Himmel werden vorstellig. Dennoch will sich an diesem Frankfurter Verdi-Abend keine so rechte Sternstunde ereignen.

Fehlt es ein bisschen an entschiedener szenischer Interpretation? Das Einstiegsbild, wo Ferrando (der klar intonierende Kihwan Sim) die Vorgeschichte erzählt, exponiert scheinbar schonungslos Krieg und Gewalt als Stoffhintergrund. Ein Panzer steht dräuend da, doch bald zeigt er sich als harmlose Papp-Attrappe; mit Stahlhelmen gerüstete Soldateska (Choreinstudierung: Tilman Michael) formiert sich bedrohlich, hernach aber dann oft in erinnerungsfotoheischend gemütlichen Symmetrien. Leonora gibt sich neckisch als American Girl der frühen Rock’n’Roll-Zeit, hüpft auch dann noch kindisch unbedarft auf der Bühne herum, wenn sie den totgeglaubten Geliebten schockhaft noch einmal und wieder im Leben vorfindet. Graf Lunas in edle Bariton-Tiraden verpackte Eifersuchts- und Hassausbrüche werden meist von einem Spickzettel abgelesen. Fadendünne Ironie? Nun, es wirkt eher als dümmlich-arrogante Flaxerei, was die Spielleiter David Bösch und Gregory Eldridge hier anrichten.

Und es blinzeln die Sterne
Ein etwas karierter „Trovatore“ aus London zum Saisonanfang an der Oper Frankfurt.
Frankfurter Rundschau

Wien: Heute vierte und letzte „Trovatore-Vorstellung – und wie in Wien einst die Gewerkschaft mitbesetzt hat.

Eberhard Wächter 1963 in Wien als „Luna“

Die Premiere des „Salzburger Trovatore“ in Wien fand 1963 63 nach der Wiederholung in Salzburg statt. Den Luna musste in der Wiener Premiere Eberhard Wächter singen,  sonst wäre die Gewerkschaft schon vor der darauf folgenden Boheme Premiere über Karajan hergefallen. (Quelle: Elena Habermann)

Mit solchen Problemen ist heute ein Wiener Operndirektor nicht konfrontiert – dafür mit anderen! In Wien ist kein Operndirektor „sicher“, außer einer mit einer immens „dicken Haut“

Und schon flattert eine weitere Bemerkung zu diesem Thema in die Redaktion. Mit den erzielten Teilerfolgen in der Karajan-Ära wurde die Gewerkschaft so richtig stark – und ist es bis heute noch. Lorin Maazel hat das nicht zur Kenntnis genommen – das Ende ist bekannt.

Sopranistin Marina Rebeka: Eine Interview-Tour durch München
Noch im September wird beim CD-Label von BR-KLASSIK ein Rossini-Album mit der lettischen Sopranistin Marina Rebeka erscheinen. Außerdem ist die Sängerin in der Saison 2017/18 als Artist in Residence für mehrere Konzerte zu Gast beim Münchner Rundfunkorchester. Moderator Maximilia Maier nimmt Marina Rebeka mit zu einer besonderen Stadtrundfahrt – es geht unter anderem in den Biergarten und in eine Arztpraxis .
BR-Klassik

Braunschweig: Der Traum von Freiheit – In Braunschweig beginnt die neue Intendanz und Spielzeit mit Verdis „Don Carlo“

Zum Auftakt einer neuen Intendanz darf es gerne auch mal etwas Größeres sein. Verdis „Don Carlo“ ist da eine gute Wahl: große Oper mit allen Chancen, auch beim Publikum gut anzukommen. Man kann alles aufmarschieren lassen, was das Haus an Künstlern zu bieten hat. Wenn die neue Generalintendantin des Staatstheaters Braunschweig Dagmar Schlingmann dazu Andrea Moses als Regisseurin einlädt, dann zeugt das obendrein von dem Ehrgeiz, auch szenisch Flagge zu zeigen. Diese Regisseurin und ihr Team Annett Hunger (Bühne) und Adriana Braga Peretzki (Kostüme) denken Verdis Oper natürlich von unserer Gegenwart aus…
Neue Musikzeitung/ nmz.de

Riccardo Chailly in Berlin: Studieren geht über Probieren
Maestro mit Tiefgang: Der italienische Dirigent Riccardo Chailly kommt mit dem Orchester der Mailänder Scala zum Musikfest Berlin.
Tagesspiegel

„Konzertgänger in Berlin“: Segnend: SWR Symphonieorchester spielt Mark Andre und Luigi Nono

Neunmalschräge Programmgestaltung des SWR Symphonieorchesters beim Musikfest Berlin: von Renaissance-Madrigalen über einen romantischen Nachtfetzen bis zu einem seriellen Klassiker und einer kaum zu hörenden Jenseitssuche. Auch wenn das Konzept nicht ganz aufgeht, wirds ein gesegnetes Konzert, weil zwei fesselnde Werke dabei sind. Mark Andre und Luigi Nono.
https://hundert11.net/musikfest2017-swr/

London/ Royal Opera House: „LA BOHÈME“

Nicole Car als „Mimi“. Copyright: Catherine Ashmore

With Antonio Pappano in the pit, and Michael Fabiano and Nicole Car as the fated lovers, the musical portents for Covent Garden’s new Bohème were excellent. The question was, could Richard Jones’s production successfully fill the gaping hole left by John Copley’s much-loved version now pensioned off after forty-one years of service? Copley’s mode was graceful naturalism; Jones takes a work by the scruff of its neck and makes of it something startlingly new. How would he handle a simple tale about youth and vulnerability, which he himself describes as ‘almost like Chekhov’?…

La Bohème, Royal Opera House, London, review: A startlingly new production
The Independent
La Boheme review at Royal Opera House, London – “Richard Jones’ successful new staging’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2017/la-boheme-review-royal-opera-house

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 12.-18. SEPTEMBER 2017

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

12.9. TAMERLANO (Live aus Mailand) RAI 3-20 Uhr
16.9. BERENICE (aus Göttingen, Aufn. v. 7.5.2016) RNC Classica Madrid-19 Uhr
          TURANDOT (aus London, Aufn. v. 5.7.) BBC 3-19.30 Uhr
17.9. TOD IN VENEDIG (aus Stuttgart, Aufn. v. 25.5.) SWR2-20.03 Uhr
         DER GOLDENE HAHN (aus Madrid, Aufn. v. 2.6.) WDR 3-20.04 Uhr
         PETER GRIMES (aus Bologna, Aufn. v. 18.5.) RAI 3-20.30 Uhr

Filme der Woche

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Das wird Regisseur Darren Aronofsky wohl nicht erwartet haben. 2010 wurde er für seinen Film „Black Swan“ beim Filmfestival von Venedig gefeiert. und Hauptdarstellerin Natalie Portman trug später alle Preise (inklusive dem „Oscar“) heim. Und nun, sieben Jahre später, hat man ihn in Venedig für seinen Film „Mother!“ schlechtweg ausgebuht. Und wenn man den Film zu Ende gesehen hat, weiß man auch, warum…

Dabei scheint es lange Zeit, als wollte Aronofsky die klassischen Elemente eines Horror-Films auf seine Art abspulen (man kann auch melken sagen). Da ist ein großes, altes, ganz einsam in der Landschaft liegendes Haus – ein nicht unübliches Ambiente für Filme dieser Art. Ein attraktives Paar – die junge Frau, die den älteren Gatten offenbar vergöttert. Er ist ein Künstler, Schriftsteller mit derzeitiger Schreibhemmung, sie will für ihn und sie beide das alte Haus (das zwar ohne Viktorianische Üppigkeit, aber doch etwas für Nostalgiker ist) so richtig instand setzen. Tatsache ist auch, dass etwas zwischen den beiden nicht stimmt, dass die junge Frau immer große, traurige Augen macht, der Mann eher oberflächlich beschwichtigt…

dann hat Darren Aronofsky das Stückwerk seiner Ideen wahrlich nicht in den Griff bekommen. Er hat vielfache Anläufe für einen Horrorfilm genommen, bei dem am Ende nichts zu nichts passt. Mit dem Ergebnis, dass man nicht weiß, was man damit eigentlich anfangen soll. Die blutigen Wände und Dielen des Hauses, die Jennifer Lawrence so verschreckt haben und die sie so verzweifelt geputzt hat … wofür soll das eigentlich gewesen sein?

Wenn Skakespeare heute leben würde, fehltes es ihm auch nicht an gar grausamen Stoffen

Kampf um die (Partei)Krone. Copyright: Theater Bonn

Der burgenländische Putsch gegen Christian Kern
Kern wird mitten im Wahlkampf bewusst beschädigt. Die Abfolge der Ereignisse lässt keinen anderen Schluss zu: Die burgenländische SPÖ, an der Spitze Landeshauptmann Niessl und Verteidigungsminister Doszkozil, unterläuft an jeder Ecke und bei jeder Gelegenheit den Kurs von Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzendem Christian Kern. Hier wird der Chef mitten im Wahlkampf bewusst beschädigt. Hier wird die Machtübernahme in einer – dann schwer beschädigten – SPÖ nach dem 15. Oktober vorbereitet. –
Der Standard

Der Stoff könnte ein Knaller werden, wenn er nicht Franzobel in die Hände fällt!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

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