Der Neue Merker

12. OKTOBER 2017

Paris: Die Stars lassen Grüßen: Ludovic Tezier, Jonas Kaufmann, Ildar Abdrazakov, Sonya Yontcheva, Elina Garanca. Foto Facebook/geschickt von F.K

Eine Frage stellt sich relativ rasch: wozu holt man ausgerechnet Jonas Kaufmann für dieses Dekadenz-Konzept. Der Inbegriff eines strahlenden Helden – er ist stimmlich in Höchstform -müht sich redlich ab, um den hinfallenden Charakter, die Nähe zum Wahnsinn (die Ermordung von Posa erlebt er aus der „Gummi-Zelle“!) und die Folgen der Habsburger-Inzucht zu erspielen. Aber sein vokaler Glanz passt nicht ganz zu diesem Regiekonzept, das im Übrigen niemals der Musik „zuwiderläuft“… (Peter Dusek)

... zum ersten Mal in der anspruchsvollen Partie der Eboli die lettische Mezzo-Sopranistin Elina Garanca. Spätesten beim Mega-Jubel nach der großen Arie im 4. Akt war klar: ihr Rollendebüt war eine Sensation. Die Stimme der Garanca ist größer geworden, aber die Höhen strahlen wie „gleißendes Gold“…

Zum Premierenbericht von Peter Dusek

Paris/ Opera Bastille
An Schiller gescheitert, an Verdi gewachsen
Don Carlo in Paris
Neue Musikzeitung/ nmz.de
Riesenerfolg in Paris
Riesenerfolg für Dirigent Philippe Jordan, Jonas Kaufmann, Elina Garanča und andere Stars.
https://kurier.at/kultur/jubel-fuer-don-carlos-in-paris/291.330.595

Vorweg, am 19. 10. überträgt ARTE diesen glanzvollen „Carlo“ aus Paris! Merken Sie den Termin vor!

Mailand: „Der Freischütz“ im Schatten des Pariser „Carlo“. Warum koordinieren die beiden Opernhäuser nicht ihre Premieren?
Günther Groissböck als Kaspar. Copyright: Teatro alla Scala

Medial bleibt der Mailänder Freischütz gegenüber dem Pariser „Don Carlo“ benachteiligt. Warum man das in Mailand bei der Terminansetzung nicht bedacht hat, verstehe ich nicht!
Die Wolfsschlucht, eine der größten Herausforderungen für Regisseure. Foto: Teatro alla Scala

Eine Besprechung in italienischer Sprache. http://www.giornaledellamusica.it/rol/?id=5626

Übertragung auf Servus-TV

DIENSTAG, 17.10. um 20,15 h

New York
Metropolitan Opera streicht Nackt-Bonus. Weniger Haut, weniger Geld

 

Tänzer und Komparsen, die an der New Yorker Metropolitan Opera auf Verlangen der Regie mehr Haut zeigten als sonst üblich, bekamen dafür bis dato ein Extra-Honorar – pro Aufführung 200 US-Dollar. Jetzt hat Intendant Peter Gelb den sogenannten Nackt-Bonus für nicht singende Ensemblemitglieder gestrichen.

Hintergrund ist ein Defizit, dass die „Met“ im vergangen Jahr eingefahren hat. Den Ausgaben von 294,3 Millionen US-Dollar standen zu geringe Kartenverkäufe gegenüber. Die Auslastung in der vergangenen Saison lag bei 67 Prozent – besser allerdings als in der vorherigen Saison, als das Opernhaus den schlechtesten Ticketverkauf seiner Geschichte melden musste. Als weitere Einsparmaßnahme hat Intendant Gelb 21 von 241 Verwaltungsangestellten der Oper eine Abfindung angeboten, falls sie einem Aufhebungsvertrag zustimmen würden.
BR-Klassik

Linz: „DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“ – Konzertante Aufführung zum 70. Geburtstag von KS Kurt Rydl, Brucknerhaus Großer Saal, 10. 10.2017

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Schlussapplaus: Copyright: Petra und Helmut Huber

Der gebürtige Wiener Kurt Rydl fand sein erstes Fixengagement am Linzer Landestheater, bevor er über Stuttgart und Wien seine Weltkarriere startete. Diese frühen Siebziger in der OÖ Landeshauptstadt waren wohl eine Zeit, an die er sich gerne zurück erinnert, denn er ist immer wieder hierher zurück gekommen, sei es ans Landestheater (zuletzt als Gast-„Ochs“ im neuen Musiktheater), sei es zu vielfältigen Aufführungen im eleganten Konzerthaus am Donauufer.

Sein Repertoire ist riesig, die Vielfalt seiner Auftritte legendär, und mitunter hieß es, er sei der Sänger mit dem größten Bonusmeilenkonto – von Wien nach Amsterdam, dann nach New York, zwischendurch Salzburg, Bayreuth, dann Glyndebourne, Hamburg, Rom, Mailand, Los Angeles – oft innerhalb eines Monats. Mit 30 schon den Siegfried-Fafner, übrigens hier im Brucknerhaus. Kann das die Stimme fast 50 Jahre lang aushalten, noch dazu, wenn Rydl seinen Schwerpunkt im gewichtigen deutschen Fach hat? Eine Lieblingsrolle, in der er mit seinem großen komischen Talent brillieren kann, gehört aber nicht zu dieser Abteilung, und mit dieser, der des Haremswächter Osmin, hat er sich zu einer Feier seines Geburtstages in seiner beruflichen Geburtsstadt eingestellt…

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber
Roms Opernhaus sucht Musikdirektor
https://www.sn.at/kultur/roms-opernhaus-sucht-musikdirektor-19189690

Frankfurt: Hans in Unglück
Masse und Meer: Benjamins Brittens „Peter Grimes“ hochkarätig an der Oper Frankfurt.
http://www.fr.de/kultur/musik/oper-frankfurt-hans-im-unglueck-a-1365166

Aachen: Unmoral in neuer Fassung. Monteverdis „L’Incoronazione di Poppea“
Neue Musikzeitung/nmz.de

Theaterakademie gestaltet Eröffnung des Bayreuther Opernhauses
München/Bayreuth – Die Theaterakademie August Everding aus München gestaltet die Wiedereröffnung des berühmten Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth. Nach jahrelanger Sanierung wird im April 2018 die Barock-Oper „Artaserse“ von Johann Adolph Hasse in dem zum Unesco-Weltkulturerbe gekürten Haus zu sehen und zu hören sein – genau wie zur Einweihung im Jahr 1748.
Musik heute

„Konzertgänger in Berlin“: Schwer gefasst: Cuarteto Casals spielt Beethoven und Matan Porat
Allmählich spricht sich auch in unserer ach so aufregenden Weltstadt mit Herz herum, dass das spanische (oder muss man jetzt sagen: katalanische?) Cuarteto Casals eins der aufregendsten, herzergreifendsten, besten Streichquartette der Welt ist. Denn im Vergleich zu seinem letzten Auftritt ist der Kammermusiksaal nicht mehr lediglich halbvoll, sondern nur noch viertelleer. Schwer gefasster Entschluss der Berliner! Ein paar weitere Konzerte auf diesem Niveau, dann quillt der Saal über wie ein gerappeltes Glas.
https://hundert11.net/casals-porat/

Filme der Woche

 

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„Sportfilme“ handeln im allgemeinen von Football oder von Boxen, wo ein Rocky-artiger Held wie ein wilder Stier losbraust. Tennis ist an sich interessanter – hier stehen einander grundsätzlich zwei Persönlichkeiten gegenüber, bestenfalls gleichwertig, ein „Kampf“ Mann zu Mann, ebenso mit dem Körper wie mit dem Kopf zu führen, mit technischem Können und der Mentalität, mit der Kraft und dem Charakter. Man wundert sich, dass es dazu kaum Filme gibt.

Wer sich für Tennis und seine Geschichte interessiert, für den ist Wimbledon 1980 ein Datum, das man nicht vergisst. Das Endspiel: der „regierende“ Schwede Björn Borg, der antrat, um den Sieg am grünen Rasen zum fünften Mal hintereinander (!) zu beanspruchen, den er vier Jahre davor als jüngster Spieler je erstmals errungen hatte. Als Herausforderer: Der um drei Jahre jüngere, damals gerade 21jährige Amerikaner John McEnroe, das wilde Talent, das Borg später tatsächlich überholt hat.

Aber 1980, das war ein Match ohnegleichen, im Ganzen knapp vier Stunden lang, als McEnroe den Gegner im ersten Satz geradezu deklassierte, Borg dann aufholte und mit einem Satz voran lag, bis er im vierten Satz in ein Tie-Break gehen musste, das 22 Minuten dauerte und das Borg dann 16:18 (!!!) gewann, bevor er mit dem fünften Satz das Spiel (erst mit (8:6 – im letzten Satz gibt es kein Tie-Break) für sich entscheiden konnte: Dabei hatte er unfasslich viele Matchbälle vergeben… Es ist, wenn der Film in einer gut 20minütigen Passage am Ende bei diesem Spiel anlangt, ganz gut, wenn der Zuschauer etwas von Tennis versteht… Trotzdem – spannend ist die Geschichte auf jeden Fall…

MONTAG BEI UNS!

esina

DANK FÜR ALLE GENESUNGSWÜNSCHE!

Bei mir gingen viele Genesungswünsche nach meinem Unfall ein, ich bedanke mich auf diesem Weg bei allen „Wünschern“

Im Moment schmerzen die Prellungen sehr, aber das vergeht. Den Gips an der Hand muss ich vier Wochen lang tragen, er behindert mich natürlich bei der Redaktionsarbeit. Aber Ihre Anteilnahme, liebe Leser, hält mich aufrecht!

Österreichs Industrellenvereinigungs-Chef Kapsch: „Wir haben ein echtes Populismusproblem“

...Früher seien Ausländer im Fokus gewesen, „jetzt geht es gegen eine andere Minderheit und das sind halt die Unternehmerinnen und Unternehmer, die ja die Arbeitsplätze schaffen“. Diese würden oft, so Kapsch in Anspielung auf die Diskussion um die Einkommenssteuer von KTM-Eigentümer Stefan Pierer, pauschal als Steuersünder hingestellt: „Das ist nicht fair.“…
Kurier

Das ist auch tatsächlich höchst unfair, diese Art von Klassenkampf haben wir gerade noch gebraucht. Ich bin froh, dass ich dieser Pauschalanschuldigung nicht mehr ausgesetzt bin!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

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